Greenkeeping im Golfclub

Hier möchten wir Ihnen einige interessante Informationen zu den Themen

- Vertikutieren, Besanden, Aerifizieren

- Winterspielbetrieb auf Golfanlagen

- Schneeschimmel

- Pitchmarken (machen krank)

geben, um mehr Verständnis für die Entscheidungen der Greenkeeper bzw. des Managements zu bekommen.

 

Vertikutieren, Besanden, Aerifizieren

Regenerationsmaßnahmen werden um so wichtiger, je mehr die Golfanlage genutzt wird und je ungünstiger die Witterungsbedingungen auf der Anlage sind. Für das Erhalten und Nutzen, bzw. für das Bespielen der Rasenflächen ist unter anderem eine ausreichende Durchlässigkeit der Rasennarbe für Wasser eine wichtige Voraussetzung. Die häufige Überbelastung (durch Tritt aber auch durch Pflegemaschinen) einzelner Spielelemente einer Golfanlage, insbesondere der Abschläge und Grüns, führen zu Verdichtungen. Diese Verdichtungen machen den Einsatz von mechanischen Maßnahmen zwingend notwendig, um die diese strapazierten Rasenflächen funktionstüchtig zu erhalten.

Neben dieser Überbelastung der Grasnarbe, gibt es weitere, natürliche Gründe, Regenerationsmaßnahmen durchzuführen. So bilden Rasengräser – bedingt durch die natürliche Bildung neuer Triebe – einer permanent Filz. Rasenfilz ist also organisches Material, das sich verstärkt auf abgemagerten, biologisch schwach aktiven Böden (z.B. Golfgrüns) bildet. Diese Filzschicht, die aus abgestorbenen Grastrieben und Wurzeln besteht, führt bei Nässe zu weichen Grüns (oft Ursache für langsame Grüns!) und wirkt wie ein Schwamm, der eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens (Rasentragschicht) verhindert. Dies wiederum hat zur Folge, daß diese Rasenflächen anfälliger gegen pilzliche Krankheitserreger sind. Die Wurzeln wachsen nicht in den Boden, sondern breiten sich nur in einer flachen oberen Schicht aus. Somit wird die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Schichten vermindert. Die Rasennarbe ist nicht sehr belastbar. Eine zu starke Verfilzung kann zu größeren Problemen beim Spielbetrieb führen (z.B. Wasserstau und/oder Trockenstellen auf den Grüns). Um die Bildung von Filzauflagen zu verhindern wird beim Vertikutieren das organische Material mit rotierenden Messern vertikal durchschnitten und anschließend entfernt. Da das Wachstum der Gräser in den Monaten April bis Juli am stärksten ausgeprägt ist, ist in dieser Zeit ein häufigeres Vertikutieren empfehlenswert.

Beim Aerifizieren, dem Belüften des Bodens durch Einbringen von Löchern, wird die Rasentragschicht mechanisch, meist mit sog. Hohlstacheln (Hohlspoons) gelockert. Dies führt dazu, daß Erdkerne (Cores) ausgestochen werden und auf der Rasenoberfläche verbleiben, die in einem zweiten Arbeitsgang - entweder mechanisch oder von Hand - abgeräumt werden müssen. In der Praxis wird diese Maßnahme zwei bis drei Mal pro Jahr auf den Grüns und ein bis zwei Mal pro Jahr auf den Abschlägen durchgeführt. Das anschließende Besanden der ausgestochenen ca. 5 bis 12 cm tiefen Löcher (ca. 400 Löcher pro m²) dient dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Bei dieser, wiederum mit Spezialmaschinen durchgeführten Maßnahme, ist große Sorgfalt ebenso entscheidend wie die Wahl der richtigen Sandqualität. Andernfalls kann der gewünschte Erfolg ausbleiben. Mit einer rotierenden Spezialbürste wird der Sand mehrfach eingeschleppt bis alle Löcher vollständig mit Sand gefüllt sind. Wichtig ist hierbei, daß der Sand auf den Grüns abtrocknen kann, da sich nur trockener Sand in die ausgestochenen Löcher verfüllen läßt. Mit diesen Regenerationsmaßnahmen wird

 

  • Rasenfilz verringert,
  • Luft-/Wasserverhältnis im Boden verbessert.

Die gewünschten Folgen sind

  • Förderung des Wurzeltiefgangs
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Nährstoffmangel, Trockenstress und Krankheitsbefall.

Deshalb muß bei der Golfplatzpflege eine gesunde und dichte Grasnarbe, bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten Wasserdurchlässigkeit und Ebenheit, insbesondere auf den Grüns angestrebt, gefördert und erhalten werden. Dafür müssen alle Pflegemaßnahmen ergriffen werden, die zur Förderung des Wurzelsystems beitragen. Dabei ist die Abstimmung der einzelnen Pflegemaßnahmen, die rechtzeitige Koordination mit dem Spielbetrieb und die Bekanntgabe an Mitglieder und Gäste von großer Bedeutung, damit letztere Verständnis für die Pflegearbeiten haben und Freude auf dem gepflegten Gras haben.

 

Quelle: Deutscher Golfverband (DGV)

 

 

Winterspielbetrieb auf Golfanlagen


Rasengräser sind grundsätzlich in der Lage, begrenzte Frosttemperaturen während der Wintermonate zu ertragen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Benutzung der Rasenflächen durch Golf-Spielbetrieb während des ganzen Jahres uneingeschränkt erfolgen kann. Denn bei niedrigen Temperaturen findet kein Rasenwachstum mehr statt, welcher aber unerlässlich für die Regeneration der Flächen ist.

Um nachhaltige Schäden an den Gräsern zu vermeiden, empfiehlt sich, die folgenden, Einflussfaktoren zu berücksichtigen:

 

Schnitthöhe
Da die oberirdische Pflanzenlänge vergleichbar mit der unterirdischen Wurzellänge ist, ist eine größere Schnitthöhe für die Pflanze prinzipiell von Vorteil. Durch höheren Aufwuchs wird das Wurzelwachstum der Gräser angeregt und die Gefahr einer Winteraustrocknung vermindert.

 

Frost
Eiskristalle und die damit verbundenen Zellschädigungen können von der Pflanze nicht ausgeglichen werden. Bei Raureif entstehen die Schäden erst durch Belastung der Pflanzen.

 

Schnee
Mit Schnee bedeckte Rasenflächen sollten generell nicht betreten werden, da der Schnee ansonsten zusammengepresst wird und Schäden wie Bodenverdichtungen und Krankheiten entstehen können. Ausschlaggebend ist hierbei die Schneehöhe und Schneekonsistenz.
Bei einer geringen Schneeauflage wird die Druckbelastung unmittelbar auf die Gräser bzw. den Boden weitergegeben. Eine verdichtete Schneedecke behindert den Gasaustausch von Boden bzw. Pflanzen mit der Atmosphäre, die Gräser können u. U. ersticken.

 

Verdichtungen
Mit steigender Bodenfeuchtigkeit nimmt die Verdichtungsneigung der Böden unter Druckbelastung zu. So können durch Fußtritte und Reifenspuren Bodenunebenheiten entstehen, die durch zusätzliche kosten- intensive Pflegemaßnahmen wie z. B. Tiefenlockerung beseitigt werden müssen. Druckbelastung bei entsprechenden Bodenbedingungen sollte also möglichst vermieden werden, da ansonsten neben den genannten Schäden auch eine irreparable Veränderung der Bodenstruktur eintreten kann.

 

Krankheiten

Vor allem eine Schneedecke auf ungefrorenem Boden erhöht die Gefahr von pilzlichen Infektionen, wie „Schneeschimmel“ oder „Fäulen“. Krankheiten können auch durch die Golfausrüstung von Platz zu Platz verschleppt werden.

 

Fazit
Das Bespielen von Golfplätzen unter winterlichen Bedingungen birgt ein hohes Risiko für eine Schädigung der Rasenflächen. Schäden am Grasbestand und Bodenverdichtungen fördern das Einwandern von Unkräutern und Fremdgräsern, sowie die Anfälligkeit gegenüber Rasenkrankheiten durch pilzliche Erreger. Hierdurch wird die Qualität der Rasenflächen negativ beeinflusst, die Putteigenschaften der Grüns werden verschlechtert.

Die Platzfreigabe sollte deshalb nur bei geeigneter Witterung durchgeführt werden.

Quelle: Deutscher Golfverband (DGV) – Winterspielbetrieb auf Golfanlagen

 

Schneeschimmel


Obwohl der Name Schneeschimmel eine andere Deutung zulässt, ist er keine echte Winterkrankheit und weder an Schnee noch an Frost gebunden. Beim Schneeschimmel handelt es sich um eine Nassfäule, die bei hoher Luftfeuchtigkeit und kühler Witterung beinah ganzjährig auftreten kann. Bei Temparaturen von 3°C ist Schneeschimmel der stärkste Krankheitserreger auf Rasen.

 

Pitchmarken machen krank!


Nicht ausgebesserte Pitchmarken sind nicht nur ärgerlich, weil sie den Ballverlauf beeinträchtigen, Sie verletzten auch ganz erheblich die Gräser.

Durch die Wucht des Aufschlags werden die Gräser erheblich verletzt. Davon ist insbesondere der so wichtige Vegetationspunkt im Herz der Pflanze betroffen. Der Vegetationspunkt ist das Gewebe, in dem neue Blätter ausgebildet werden. Folglich kommt es nach dem Ballaufschlag zu einem gestörten, wenn nicht gar gestoppten Gräserwachstum an diesen Stellen. Meist werden solche Schadstellen von Rasenunkräutern und/oder ungewünschten Gräsern besiedelt, die durch ihre ohnehin ungünstigen Eigenschaften die Grünoberfläche zusätzlich negativ beeinflussen. Zu allem Übel sind dann die beschädigten Pflanzteile sowie die Fremdgräser, durch nicht ausgebesserte Pitchmarken, teilweise sehr anfällig gegenüber pilzlichen Erregern, die die sog. Rasenkrankheiten hervorrufen können.

(Quelle: Golf Special Magazin; Rasenexperte: Dr. Gunther Hardt)

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